Samstag/Sonntag, 6./7. Februar 2010

Kampf gegen Aids in Sambia

Heidelberger Verein unterstützt Projekt für die Frauen

27 RNZ. Sambia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Ein Fünftel der Erwachsenen ist mit HIV infiziert, die Lebenserwartung hat sich seit den 1990er Jahren um ein Drittel verkürzt, von 60 auf nur noch 38 Jahre. Doch die Infektion ist ein Tabu-Thema in dem afrikanischen Land. Frauen, deren soziale und rechtliche Stellung stark eingeschränkt ist und die selbst für die Einnahme von Medikamenten die Zustimmung ihrer Ehemänner brauchen, sind besonders gefährdet. Es gibt 1,25 Millionen Aids-Waisen. Das bedeutet, dass die Elterngenertion wegstirbt und die Kinder, statt die Schule zu besuchen, für ihre Geschwister sorgen müssen. Ein Leben in Armut ist für sie vorprogrammiert.

Gunhild Daecke Lillie Zulu Die Heidelbergerin Gunhild Daecke nahm die katastrophale Situation der Frauen im Frühjahr
2009 zum Anlass den Verein “sodalis – Partnerschaft für Eine Welt e.V.” zu gründen, um dem Teufelskreis von Armut, Gewalt und HIV-Infektionsraten zu begegnen. In Zusammenarbeit mit einer lokalen Partnerorganisation werden zukunftsweisende Versorgungs- und Hilfsstrukturen für Frauen und ihre Kinder geschaffen. In einer Beratungsstelle erhalten betroffene Frauen eine individuelle Beratung und Therapieangebote sowie die Möglichkeit, an Präventionsprogrammen teilzunehmen. Mehr als die Hälfte der sambischen Frauen haben körperliche, seelische oder sexuelle Gewalt erfahren.

Die Straßensozialarbeit hat zum Ziel, von Aidswaisen geführte Haushalte zu identifizieren oder Frauen an ausgewählten Orten, wie zum Beispiel in Slums, aufzusuchen und eine Vertrauensbasis herzustellen. Eine Notunterkunft dient zur temporären Unterbringung in besonders schweren Fällen, bis sich die Individuelle Lage der Hilfesuchenden entspannt hat oder sich andere Alternativen abzeichnen.

Jetzt bittet “sodalis” um Spenden, um die verheerenden Auswirkungen der Krankheit lindern zu können – und den von Aids, Gewalt und Armut betroffenen Frauen und Kindern eine Perspektive zu geben.

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung