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1. Reiches Land – arme Bevölkerung

Im September diesen Jahres wurde in Sambia gewählt. Rupia Bandah, der alte Präsident verlor die Wahlen gegen seinen Herausforderer Michael Sata. Sata hatte die Ausbeutung Sambias durch die Chinesen erfolgreich zu seinem Wahlkampfthema gemacht.
Durch den Verfall des Kupferpreises und den Zusammenbruch der Kupferindustrie durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 hat die Armut im industriellen Zentrum Sambias, dem Kupfergürtel, in den letzten Jahren stark zugenommen. China hat sich in dieser Zeit in dem Land am Zambesi-Fluss stark ausgebreitet, Kupferminen aufgekauft und große Infrastrukturprojekte initiiert. China hat sich zum größten Investor in Sambia entwickelt und ist gleichzeitig größte Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Investoren halten sich dabei aber nicht unbedingt an die Gesetze. Sie sind gegen die Gewerkschaften eingestellt und missachten das sambische Arbeitsrecht, teilweise auf grausame Weise. 2010 hatte beispielsweise ein chinesischer Minenbesitzer 17 Bergbauarbeiter im Kupfergürtel erschossen, die gegen die miserablen Arbeitsbedingungen protestiert hatten. Das anschließende Gerichtsverfahren gegen die Chinesen verlief im Sande.
Gleichzeitig verdrängen chinesische Kaufleute mit dem Import von Kleidung, Geflügel und anderen einheimischen Produkten einheimische Hersteller und Händler. Überall gibt es chinesische Bauprojekte. Jedoch nur wenige Arbeitsplätze werden durch die Chinesen geschaffen. Sie bringen ihre eigenen Arbeiter mit, um die Kosten niedrig zu halten. Nach Schätzungen leben bereits zehntausend Chinesen in Sambia.
Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch und Frauen sind zunehmend die „Breadwinner“ der Gesellschaft. Häufig verfügen sie über keine Ausbildungen, weshalb sie die Rolle nur schwer ausfüllen können. Die Armut, gerade unter Frauen und Kindern breitet sich rasant aus. Daher spricht man auch von einer Feminisierung der Armut, welche zu deutlicher Benachteiligung sowohl in sozialen als auch in ökonomischen und politischen Bereichen führt.
Frauen sind vielfältigen Formen von Diskriminierung, physischer und sexualisierter Gewalt und unsicheren Besitzverhältnissen ausgesetzt. Das Gewohnheitsrecht aller 72 Ethnien in Sambia besagt beispielsweise, dass im Falle von Scheidung oder Tod des Ehemannes, das ganze Vermögen in den Besitz der Familie des Ehemannes übergeht. Dadurch entstehen starke Abhängigkeiten, weshalb Frauen häufig Gewalt und Erniedrigung ertragen und in ihrer Ehe verbleiben. Ca. die Hälfte aller Frauen in Sambia geben laut internationalen Menschenrechtsorganisationen an, körperliche und sexualisierte Gewalt zu  erfahren.

2. Chikulupililo Empowerment Community – eine Vision wird Realität
Unsere Partnerorganisation Chikulupililo Empowerment Community (CECO) wurde im April 2009 durch lokale Fachkräfte in dem sehr armen Township Mushili/ Ndola mit dem Ziel gegründet, Frauen und Kindern in akuten Krisen durch gezielte Unterstützungsangebote zu fördern und zu unterstützen, sie zu befähigen eigene Handlungsspielräume wahrzunehmen und zu erweitern. „Chikulupililo“ bedeutet in der Sprache der Bemba „Vertrauen“. Lillie Zulu, die Gründerin von CECO hatte viele Jahre aktiv Feldforschung betrieben,  um die Unterstützungsangebote absolut dem Bedarf der notleidenden Frauen und Kinder zu orientieren. Auf dieser Grundlage entwickelte sie ein Konzept, das die Basis unserer Partnerorganisation darstellt.
Angebote von CECO sind neben individueller Beratung und psychosozialer Begleitung, einkommens-schaffende Maßnahmen und Alphabetisierungskurse, der Aufbau von Unterstützungsnetzwerken wie beispielsweise Selbsthilfegruppen und die temporäre Unterbringung in akuter Gefahr. CECO ist in ganz Sambia die zweite Organisation, die Frauen in akuter Bedrohung temporär Schutz und Obhut gewährt und das bei extrem hoher Gewalt gegen Frauen.
CECO hat sich seit seiner Gründung zu einer namenhaften Hilfsorganisation in Mushili etabliert, die über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Entsprechend der Ausweitung der Unterstützungsangebote ist die Organisation auch personell gewachsen. Neben der steigenden Zahl an ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und Honorarkräften arbeiten bei CECO seit diesem Jahr drei neue Mitarbeiter/innen in den Ausbildungsbereichen. Wir von `sodalis´  haben uns außerdem nach eineinhalb Jahren entschieden, das intensive und ehrenamtliche Engagement der Initiatorin und Geschäftsführerin von CECO, Lillie Zulu, mit einer finanziellen Unterstützung zu würdigen. Die Belastungen für ihre sechsköpfige Familie wurden zu groß und es bestand die Gefahr, dass sie ihre Tätigkeit für CECO aufgrund finanzieller Nöte aufgeben muss. Der Vorstand und Aufsichtsrat von CECO ist ausnahmslos ehrenamtlich tätig.
Durch das kontinuierliche Wachstum unserer Partnerorganisation und einer drastischen Erhöhung der geforderten Miete, wurde bereits ein erster Umzug erforderlich. Das neue Gebäude musste von CECO renoviert werden und wurde bereits im Mai bezogen. Neben einem Beratungszimmer, einer Notunter-bringung, einem Unterrichts- und Handwerksraum und einem Büro, konnte eine Schneiderwerkstatt eingerichtet werden, die mit Nähmaschinen ausgestattet wurde. Trotzdem merken wir schon jetzt, dass auch die neuen Räumlichkeiten bald zu klein sind werden für all die Unterstützungsangebote. Daher wird in den nächsten Jahren der Bau eines eigenen Gebäudes anstehen, um Platzmangel und Mieter-höhungen entgegenzuwirken und so auch langfristig undabhängig von internationaler Hilfe zu sein.
Neben der Kooperation mit dem Bildungs-, Sport- und Landwirtschaftsministerium, sowie der Polizei, Schulen und Kirchengemeinden hat Chikulupililo Empowerment Community begonnen, andere Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Mushili durch Beratung zu unterstützen. CECO ist es in seiner sehr kurzen Zeit als NRO gelungen, nicht nur das Vertrauen der Bürger/innen sondern auch öffentlicher Stellen zu gewinnen.


I. Der soziale Sektor – Ein Recht auf Würde

In der UN-Menschenrechtscharta heißt es: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, ein ausdrückliches Bekenntnis der Vereinten Nationen zu den allgemeinen Grundsätze der Menschenrechte. Jedoch werden die Frauenrechte in Sambia noch immer konsequent missachtet. Die Not von Frauen und Kindern in Sambia ist vielfältig. Entsprechend der Notlagen hat Chikulupililo Empowerment Community ein breites Spektrum an Unterstützungsmöglichkeiten ins Leben gerufen – immer mit dem Ziel der Autonomie und Würde.
Neben der individuellen Unterstützung einer jeden hilfesuchenden Frau, verfolgt CECO das Ziel durch die unterschiedlichen Ausbildungsangebote Solidargemeinschaften zu initiieren, die Frauen die Mög-lichkeit bieten, sich in Krisen wie Krankheit und Todesfall in der Familie, finanziell und psychosozial zu unterstützen. Das Konzept geht auf. Viele Frauen erfahren große Solidarität und Unterstützung in ihren Gruppen.

Individuelle Beratung und psychosoziale Begleitung
Durch die individuelle Beratung und psychosoziale Begleitung konnten viele Frauen professionell beraten und begleitet werden. Gründe für die Frauen die Beratungsstelle aufzusuchen, waren Ehestreitig-keiten, sexualisierte und physische Gewalt im sozialen Nahraum, Güterstreitigkeiten, Kindesmisshand-lung und –missbrauch, HIV/ AIDS, von Kindern geführte Haushalte, Prostitution, Drogenprobleme etc. Problembereiche, die zum Teil stark stigmatisiert sind und damit eine hohe Sensibilität durch die Mitar-beiter/innen erfordern.
Es hat sich gezeigt, dass sich die Zugänglichkeit der Beratungsmöglichkeiten für die Frauen sehr erhöht durch die Straßensozialarbeitsprogramme und Selbsthilfegruppen. 75 Prozent der durch die Straßensozialarbeiterinnen identifizierten gewaltbetroffenen Frauen bzw. Mütter von misshandelten oder missbrauchten Kindern, nahmen dieses Angebot wahr. Allerdings gibt es kulturell bedingte Hürden, die viele Frauen davon abhalten, sich den Hilfsangeboten zuzuwenden. Sie befürchten Konsequenzen und haben Angst aus der Familie ausgestoßen zu werden, wenn sie aussprechen, was ihnen wiederfährt. Viele Frauen glauben sogar, dass Misshandlung und Missbrauch normal sind und ertragen werden müssen. Haben es Gewaltbetroffene dennoch geschafft die Beratungsstelle aufzusuchen, ist die Möglichkeit, plötzlich über all das sprechen zu können, sehr befreiend und verschafft ihnen neuen Lebensmut. Die Straßensozialarbeiterinnen unterstützen und begleiten Gewaltbetroffene in dem Prozess die Beratungsstelle aufzusuchen.
Aufklärungs- und Sensibilisierungsseminare haben stattgefunden, die über Frauenrechte, die Problematik geschlechtsspezifischer Gewalt, Kindesmisshandlung und –missbrauch gesprochen wurde. Die Seminare wurden in Zusammenarbeit mit der „Opferunterstützungseinheit“ der Polizei angeboten. Die Kooperation mit der „Verbrechensbekämpfungseinheit“ stellt eine weitere Schnittstelle mit der Polizei dar.

Freizeit und Erholung
Um traumatisierten Frauen neben individueller Beratung und psychosozialer Betreuung und Begleitung weitere Möglichkeiten anzubieten, Gewalterfahrungen zu bewältigen, bietet CECO Freizeit- und Er-holungsprogramme an, durch die innere Heilungsprozesse gefördert werden sollen.
Durch das von CECO gegründete Volleyballteam finden immer wieder Spiele gegen andere Mann-schaften statt. Der Spaß an den sportlichen Aktivitäten ist groß. Ganz neben bei werden Themen wie Frauenrechte, Gewalt, Misshandlung und Missbrauch etc. behandelt.
Auf Anfrage des Entwicklungs- und Sportministeriums in Ndola sollte CECO den Weltfrauentag mit einem Volleyballturnier ausrichten. Dieser Tag sollte zu für Aufklärungskampagnen genutzt werden, um für Menschenrechtsfragen zu sensibilisieren. In letzter Minute wurde diese große Veranstaltung aus finanziellen Gründen vom Ministerium abgesagt.

Prävention und Krisenintervention durch Straßensozialarbeit und Notunterbringung
In Mushili verdienen viele alleinerziehende Mütter und junge Frauen ihren Lebensunterhalt durch Prostitution und ein Großteil  von ihnen hat sich bereits mit dem HI-Virus infiziert. Prostitution steht in Sambia unter Strafe. Es besteht für sie immer die Gefahr, dass sie von der Polizei in Haft genommen werden. Sie benötigen dringend Hilfe – nicht nur medizinischer sondern auch psychosozialer und materiel-ler Art. Durch eine Zusammenarbeit zwischen CECO und der Polizei soll erreicht werden, dass diesen Frauen Hilfsangebote zugänglich gemacht werden. CECO möchte für Frauen, die von der Polizei auf-gegriffen werden, eine Notunterbringung und eine psychosoziale Betreuung anbieten. Des Weiteren soll es den Betroffenen ermöglicht werden, in die Ausbildungsprogramme von CECO integriert zu werden, um eines Tages einer menschenwürdigen Erwerbswirtschaft nachgehen zu können. Dieses Be-treben, soziale Lösungsansätze zu verfolgen und anzubieten, ist im Kupfergürtel Sambias einzigartig.
Dank der Kooperation von CECO und der Polizei Mushilis wurde es möglich, dass die `Verbrechens-bekämpfungseinheit´ den Straßensozialarbeiterinnen bei der teilweise gefährlichen Arbeit im Township schützend zur Seite steht.

(Aus-) Bildung von Frauen – der Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung

Durch (Aus-)Bildung von Frauen kann nicht nur Gewalt und Ungleichheit begegnet, sondern durch eine aktive Beteiligung der Frauen auch Armut dauerhaft verringert werden. Frauen sorgen für ihre Familien, deshalb sollten sie Zugang zu (Aus-)Bildung haben, um ihre Rolle besser ausfüllen zu können.
Der Aus- und Weiterbildungsbereich unserer Partnerorganisation CECO hat sich im letzten Jahr fol-gendermaßen entwickelt:
Alphabetisierungskurse
Die Alphabetisierungskurse haben sich zu einer gut funktionierenden Schule entwickelt, in der Frauen derzeit von Klasse 1 bis 7 unterrichtet werden. Lesen und schreiben lernen ist längst nicht mehr das einzige Ziel, sondern die Frauen wollen Abschlüsse erlangen. So sind im Oktober 22 Frauen zu ihren Abschlussprüfungen erfolgreich angetreten. Sie wurden in den Fächern Englisch, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Bemba geprüft. Da CECO die Lehrbefähigung für die weiterführende Schule ab Klasse 8 noch nicht besitzt und dies die derzeitigen Kapazitäten von CECO übersteigen würde, hat das Bildungsministerium angeboten, die Frauen in den Gemeinschaftsschulen für Erwachsende zu unterrichten. Diese kosten jedoch Schulgeld, welches die Frauen in den meisten Fällen nicht aufbrin-gen können.
Seit diesem Jahr beschäftigt CECO eine Lehrerin in Vollzeit. Nur durch ehrenamtliche Lehrerinnen ließ sich die Schule nicht mehr betreiben. Dennoch spielen Ehrenamtliche eine wichtige Rolle in der Schule.
Die Frauen von Klasse 6 haben bereits begonnen, sich für die Abschlussprüfungen im nächsten Schuljahr registrieren zu lassen. Die Begeisterung ist groß. Haben doch viele Frauen den großen Erfolg der ersten Schulabgängerin miterlebt.
Die Unterrichtsräume konnten mit acht Tischen und Bänken ausgestattet werden, eine große Errun-genschaft für die kleine Schule, die ohne jegliches Mobiliar nur mit einer Tafel begonnen hatte.
Schneiderkurs
Der Schneiderkurs hat sich zu einer wichtigen Säule in den Ausbildungsprogrammen von CECO entwickelt. Innerhalb eines halben Jahres werden Frauen zu Näherinnen ausgebildet. Täglich von 8 – 13 Uhr findet der Unterricht statt, indem 20 Frauen neben dem Umgang mit einer Nähmaschine auch Materialkunde und kaufmännisches Knowhow vermittelt wird.
CECO hat in diesem Jahr eine Schneiderin angestellt, die die Frauen unterrichtet. Außerdem wurden drei Tretnähmachschienen erworben. Momentan wechseln sich fünf bis sechs Frauen an einer Nähmaschine ab. Diese Situation soll sich in den nächsten Jahren durch den Zukauf weiterer Maschinen entspannen.
CECO ist seit diesem Jahr in einer Kooperation mit zwei Nähfabriken in Ndola. Die Frauen können dort die für die zertifizierte Ausbildung notwendigen dreimonatigen Praktika absolvieren. Für einige Frauen hat sich aus diesen Praktika eine Arbeitsstelle ergeben. Das Konzept der Kooperation geht also auf.
In dem Schneiderunterricht werden außerdem nebenher, fast beiläufig, auch Erziehungs- und Gesundheitsfragen und die Gewalt gegen Frauen und Kinder thematisiert.
Landwirtschaftskurse
Die im vergangenen Jahr unter der Schirmherrschaft von CECO ggegründete Kooperative musste einige Enttäuschungen hinnehmen. In der Vorbereitung zur Präsidentschaftswahl war jeder der 65 Frauen der Kooperative ein Hektar Land von der Regierung versprochen worden. Doch leider hielten die Politiker ihr Wort nicht. Die Wahlen fanden im September statt. Doch bis heute warten die Frauen auf ein Stück Land, um diese für den Eigenbedarf zu bewirtschaften. Die Hälfte der Frauen trat darauf-hin aus der Kooperative aus. Die verbleibenden 30 Frauen wollten nicht aufgeben, hatte ihre Solidargemeinschaft doch so gut begonnen. Mit Unterstützung von CECO und durch Eigenleistung der Frauen begannen die Frauen auf dem Grund unserer Partnerorganisation eine Hühnerzucht. Mit dem Erlös aus dem Zuchtbetrieb wollen die Frauen gemeinschaftlich für diejenigen Frauen Land erwerben, die kein Land besitzen, dass auch sie durch Subsistenzwirtschaft ihre Familien ernähren können.
Die Frauen erhalten Unterricht in diesem selbst gewählten landwirtschaftlichen Gebiet. Die Kooperative kämpft gerade darum, als Kooperative registriert zu werden, um autonom wirtschaften zu können.
Entrepreneurship
In dem Kurs zur Unternehmensgründung und –führung werden kaufmännische Fähigkeiten und Planungskompetenzen erworben. Bei Bedarf werden die Frauen über den Kurs hinaus in kaufmännischen Fragen beraten.
33 Frauen wurden befähigt, ihre eigenen kleinen Unternehmen zu gründen und sich wirtschaftlich unabhängig zu machen und ihre Produkte, wie beispielsweise Näharbeiten oder Stickereien auf den lokalen Märkten zu verkaufen. Alle 33 Frauen erhielten ein kleines Startkapital von CECO zur Unternehmensgründung.
Auch in diesem Kurs hat sich eine kleine Solidargemeinschaft zusammengetan, um sich gegenseitig zu unterstützen, z.B. wechseln sie sich ab bei dem Verkauf ihrer Produkte auf dem Markt oder auch in finanziellen Nöten etc.

Handarbeitskurse
In dem Handarbeitskurs lernen die Frauen Fußmatten, Bettüberwürfe, Tischdecken, Textilien aller Art herzustellen. Sie besticken und Färben die Materialien selbst, knüpfen und nähen. Eine Ausbilderin unterstützt die Frauen hierbei in technischen Fragen.

Alle Kursangebote werden genutzt, um Themen wie Misshandlung, Missbrauch, Menschenrechte, HIV/ Aids oder andere Gesundheitsthemen anzusprechen und ggf. Frauen in durch die Beratungsangebote individuell zu unterstützen und zu begleiten oder in dringenden Fällen den Frauen temporär Unter-schlupf zu gewähren.

II. Der Wirtschaftliche Sektor – Autonomie durch eigene  Unternehmen
Die Vision von `sodalis´ und seiner Parteiorganisation ist die langfristige Autonomie von CECO. Um dieses Ziel zu erreichen, etabliert CECO parallel zu den sozialen Unterstützungsangeboten einen wirt-schaftliches Unternehmen. Durch die kontinuierlichen Einnahmen der Farmen, des Reis- und Fisch-handels und dem Bauunternehmen soll eine langfristige Unabhängigkeit der Partnerorganisation gesichert werden.
Der landwirtschaftliche Betrieb hat sich gut entwickelt. Große Mengen an Kohl und Mais konnten geerntet und auf den lokalen Märkten von Ndola verkauft werden. Das Fischgeschäft wurde im Mai aufgenommen. Durch den Ankauf von Fisch aus dem benachbarten Tansania, konnten große Mengen an Kapenta-Fisch verkauft werden, wenn gleich der Wettbewerb an Fisch auf den lokalen Märkten sehr groß war.
Das Bauunternehmen ist seit der Schließung der lokalen Sägewerke im vergangenen Jahr pausiert. Die Sägewerke werden benötigt, um Bauholz nach den Bedürfnissen der Verbraucher zusägen zulassen. Diese Realitäten erfordern immer wieder viel Geduld, Ausdauer und Kreativität.
Wir von `sodalis´ haben nach aktiver Suche einen betriebswirtschaftlichen Berater nach Sambia ent-sandt, um CECO darin zu unterstützen, die gewinnbringenden Wirtschaftszweige auf- und auszubauen. Aus persönlichen Gründen hat er unsere Partnerorganisation nach drei Monaten wieder verlassen, um in seine Heimat zurückzukehren. Wir sind daher wieder auf der Suche nach einer/m Experten/in, die unsere Partnerorganisation im systematischen Aufbau des wirtschaftlichen Sektors unterstützen kann.